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Eine Legende erwacht – die Geschichte der Fußballer
Die Dodenauer Jugend kam mit dem Fußball erstmals gegen Ende des ersten Weltkrieges direkt in Berührung. Die in der Turnhalle gefangenen englischen Soldaten spielten Fußball und die Dodenauer eiferten Ihnen nach. Gekickt wurde auf dem Mittelwehr, der Bleiche und dem Tuchrahmen. Oftmals gab es jedoch Ärger mit den Grundstückseigentümern. Die Spielerei war noch weit entfernt von jeder Ordnung, aber der „Bazillus Fußball“ hatte die Dodenauer infiziert und musste somit zwangsläufig akzeptiert werden. Daher blieb dem Turnverein keine andere Wahl als eine neue Fußballabteilung zu schaffen. Der Grundstein war gelegt.
Die erste Sportkleidung war noch sehr spartanisch. Angezogen wurden damals eine Turnhose, ein Unterhemd sowie Wollstrümpfe. An Fußballschuhe war zum damaligen Zeitpunkt nicht zu denken, also mussten Arbeitsschuhe diese Aufgabe erfüllen. Ebenso stellte die Beschaffung von Fußbällen ein großes Problem dar. Dem ersten Fußball, wer ihn beschafft hat, ist leider niemandem mehr bekannt, ging nach einer wilden Kickerei auf der Bleiche die Luft aus. Die kaputte Blase wurde daraufhin durch eine Schweinsblase ersetzt und Sportkamerad Richard Reitz wurde dazu auserkoren sie aufzublasen. Dass der Ball anschließend eierte und unberechenbar aufsprang störte die Fußballer nicht besonders, sie wollten einfach nur spielen.
Unsere Abteilung, damals noch Sportabteilung genannt, wurde offiziell am 02.12.1923 ins Leben gerufen und dem Turnverein untergliedert. Der erste Abteilungsleiter war Heinrich Dönch. In der Gründungsversammlung wurde auch über das Anlegen eines Sportplatzes diskutiert, die Abteilung brauchte ein Zuhause. Die Gemeinde wurde daraufhin gebeten, ein geeignetes Grundstück zur Verfügung zur stellen. Da jedoch weder der Turnverein noch die Gemeinde dieses Problem ernsthaft anpackten, gab es immer wieder Streitigkeiten zwischen dem Turnverein und seiner Sportabteilung. Diese Reibereien gipfelten nachher darin, dass seit dem Frühjahr 1925 beide Seite getrennte Wege gingen. Die Sportabteilung machte sich selbständig und nannte sich von nun an Sportverein 1925 Dodenau. Dessen erster Vorsitzender wurde Emil Noll. Der neue Vorstand ging die Problematik Sportplatz sofort energisch an. Die Fußballer hatten es satt, immer nur auswärts zu spielen oder sich durch die Bauern von den Wiesen verjagen zu lassen. Schließlich stellte die Gemeinde nach zähem Ringen ein Grundstück zur Verfügung. Die Freude hierüber hielt sich in Grenzen, denn es war keines der vorgeschlagenen Grundstücke auf dem Mittelwehr oder dem Hachen – es war der Hardtbuckel. Aber auch von diesem Problem ließen sich die Kicker nicht unterkriegen und stellten in zwei Jahren den fortan gefürchteten Dodenauer Berg her. Im Jahre 1927 konnte nun endlich ungestört Fußball gespielt werden.
Unsere Vereinsfarben schwarz und weiß tragen wir seit 1924 mit Stolz. Auslöser für die Wahl dieser Farben war ein Freundschaftsspiel im selbigen Jahr gegen eine Mannschaft aus Gevelsberg. Die Dodenauer Fußballer waren so begeistert von deren Spielkleidung, dass sie sich umgehend die gleiche Garnitur anschafften.
Die ersten fußballerischen Erfolge wurden in 1925 gefeiert. Beim Pokalturnier in Reddighausen verließ unsere Elf das Feld als Sieger, in Battenberg reichte es immerhin noch für einen zweiten Platz. Zu den Spielen reisten die Kicker entweder zu Fuß an oder bei längeren Strecken musste das Fahrrad herhalten. Auch wenn dann diejenigen, die kein Fahrrad besaßen, auf der Lenkstange mitgenommen werden mussten. Not macht eben erfinderisch. Unter anderem wurden so die weiten Strecken nach Erndtebrück oder in die Bunstruth zurückgelegt. Damals wurde die Kameradschaft der Fußballer nicht nur groß geschrieben, sondern auch gelebt. Einer half dem anderen.
Leider lässt sich über die Zeit von 1925 bis 1932 recht wenig sagen, da vom ehemaligen Sportverein kaum noch Unterlagen vorhanden sind. Die Mannschaft nahm an vielen Pokalturnieren teil und trug Freundschaftsspiele aus.
In der Zeit zwischen 1927 und 1933 wurde versucht, den Turnverein 1908 und den Sportverein 1925 wieder zusammenzuschließen. 1933 gelang endlich die Wiedervereinigung. Eine neue, mit dem Sportverein gemeinsam erarbeitete Satzung wurde auf einer außerordentlichen Generalversammlung des Turnvereins mit Mehrheit angenommen. Hier ein kleiner Auszug aus dem damaligen Protokoll:
Bei der nun folgenden Abstimmung wurden 13 Stimmen für und 6 gegen den Zusammenschluss abgegeben. Somit war der Antrag angenommen. Der Verein begab sich hierauf geschlossen zur Gründerversammlung des neuen Turn- und Sportvereins Dodenau 08 e.V. in den Saal der Gastwirtschaft Glöser. Gegen 22 Uhr, am 28. Februar 1933, eröffnete Emil Noll die Gründungsversammlung und folgender Vorstand wurde gewählt:
1. Vorsitzender: Emil Noll
2. Vorsitzender: Karl Becker
Schriftführer: Ernst Specht
Kassenführer: Karl Glöser
Turnwart: Karl Specht
Volksturnwart: Karl Klein
Spielwart: Jakob Schäfer
Zeugwart: Richard Schäfer
Beisitzer: Otto Müller
Am 10.05.1936 gewannen unsere Jungs das Pokalturnier in Battenfeld. Anschließend verhinderte der Krieg weitere Erfolge. Unsere Mannschaft konnte ab Sommer 1936 nicht mehr regelmäßig an den Verbandsrunden teilnehmen, da viele der Fußballer zur Wehrmacht eingezogen wurden. Trotz all dieser Schwierigkeiten konnten die Dodenauer im Kriegsjahr 1942 einen Meistertitel feiern.
Nach den Kriegswirren rollte der Ball ab 1946 wieder regelmäßig. Dies allerdings schon einige Zeit vor der offiziellen Bestätigung des Vereins durch die Behörden der Besatzungsmacht. Kaum wurde wieder gespielt, lag auch schon die erste Beschwerde vor. Ein Anlieger des Sportplatzes informierte das Landratsamt über die durch die Fußballer verschuldeten Ernteschäden. So kam es, dass der Landrat offenkundig mit dem Gedanken spielte, die Vereinszulassung zu verbieten. Eine Kopie dieses Beschwerdeschreibens befindet sich in den Vereinsakten. Das Unheil konnte jedoch verhindert werden und von da an ging es mit der Fußballabteilung stetig bergauf. Anlässlich des 1. Dodenauer Maifestes wurde ein Pokalturnier durchgeführt. Im selben Jahr wurde die Mannschaft ohne einen einzigen Punktverlust ungeschlagener Herbstmeister. Das letzte Spiel der Vorrunde wurde in Röddenau mit 3 zu 2 gewonnen und anschließend folgte ein Festzug mit der Feuerwehrkapelle durch Röddenau. Im weiteren Verlauf der Runde stand nicht immer das Glück auf der Seite der Schwarz-Weißen. Eine unangenehme Kollision mit einem Schiedsrichter führte zu einer dreimonatigen Platzsperre. Eine bittere Pille für die Fußballer im Jahr 1950.
Im Jahre 1954 erhielten wir von der Betriebssportgruppe BSG Leipzig eine Einladung zu einem Freundschaftsspiel.
Zwischen 1950 und 1961 spielten unsere Fußballer kontinuierlich in der A-Klasse. In diesen Jahren waren die Spiele gegen Frankenberg und unsere Nachbarn aus Battenberg sowie Reddighausen die Höhepunkte. Auch wenn es sicherlich nicht gern am Lehmberg gehört wird, in 1957 bewahrte man den SV Reddighausen vor dem Abstieg in die B-Klasse, indem man den blau-gelben Nachbarn auf dem Dodenauer Berg gewinnen ließ. Das Jahr 1961 war sowohl für die erste Garnitur der Abteilung als auch für unsere Reserve ein äußerst erfolgreiches Jahr. Beide Mannschaften konnten sich den Meistertitel sichern. Die erste Mannschaft stieg somit in die Bezirksliga auf.
Da jedoch der Sportplatz saniert wurde, mussten die Heimspiele in Reddighausen ausgetragen werden. Dies war ein Grund dafür, dass der Klassenerhalt nicht geschafft werden konnte. Jedoch unvergessen ist aus dieser Saison das Spiel gegen den SV Allendorf. Zur Halbzeit lag unsere Elf noch 1 zu 3 zurück. Am Ende hieß es dann 7 zu 4 für Dodenau. Einige Spieler nahmen den Abstieg zum Anlass ihre Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, andere verließen den Verein. Die Mannschaft konnte diesen Aderlass nicht verkraften und musste den direkten Durchmarsch in die B-Klasse antreten. Die Reservemannschaft hielt jedoch die Fahne hoch und wurde Reservemeister. Es dauerte nun bis 1966, ehe der Wiederaufstieg realisiert werden konnte. In den folgenden Jahren konnte unsere Mannschaft sich immer auf den vorderen Tabellenplätzen festsetzen, auch wenn die erneute Meisterschaft in der A-Klasse erst in der Spielzeit 1971/72 gefeiert werden konnte. Lange Zeit war die Erste souveräner Spitzenreiter der Tabelle gewesen, jedoch zeigte sie gegen Ende dieser Runde erhebliche Schwächen. Dadurch gelang es der Mannschaft von Erdhausen mit dem TSV gleichzuziehen. Das letzte Spiel der Runde sollte, anscheinend vom Schicksal so bestimmt, in Erdhausen stattfinden. Beide Mannschaften hatten 47:15 Punkte. Unsere Elf zeigte Moral und siegte bei wolkenbruchartigem Regen mit 4 zu 1 beim Konkurrenten. Der Aufstieg war geschafft.
Aber auch im folgenden Jahr war das Abenteuer Bezirksklasse nur von einjähriger Dauer. Die Runde 72/73 endete sehr unglücklich, wir wurden nur Zweiter. Die Enttäuschung war sehr groß. Wieder verließen einige Spieler den Verein oder hörten auf. Die Leistungen ließen nach. Der Abstieg in die B-Klasse ereilte unsere Elf dann im Jahr 1978. Der direkte Wiederaufstieg misslang, Rennertehausen hatte einen Punkt mehr. Ein Jahr später ging es erneut äußerst knapp zu an der Tabellenspitze der B-Klasse. Sowohl der TSV Eifa als auch unsere Elf teilten sich punktgleich den Platz an der Sonne. Die Entscheidung über den Aufstieg sollte ein Entscheidungsspiel in Battenberg bringen. Bevor die Partie überhaupt begann, hatten wir schon Pech. Unser Torwart Klaus Becker verstauchte sich bereits beim Warmmachen den Finger und musste ins Krankenhaus. Für ihn stand Altmeister Klaus Halama zwischen den Pfosten. Eine für heutige Verhältnisse unglaubliche Zuschauermenge, nämlich 900 (!) Fußballbegeisterte, sahen ein spannendes Spiel. Es wurde in der Verlängerung mit 2 zu 0 gewonnen. Die bessere Kondition hatte den Ausschlag gegeben. Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hatte der damalige Trainer Josef Payer. In der Saison 1980/81, ohne einen Trainer, mussten wir wieder einmal um den Klassenerhalt bangen, es reichte jedoch noch gerade soeben. Doch auch in der folgenden Saison sah sich unsere Mannschaft meist nur am Tabellenende.
Seit Oktober 1982 wurde dann unter der Leitung von Manfred Glöser wieder trainiert, doch der Abstieg konnte nicht mehr vermieden werden. Der Aufstieg ließ allerdings nicht lange auf sich warten, im folgenden Jahr ging es wieder zurück in die A-Klasse. Ein 13. Platz reichte unserer Elf im Jahr 1984 jedoch nicht zum Klassenerhalt. Wieder musste ein Entscheidungsspiel über das Schicksal unserer Mannschaft den Ausschlag geben. Diesmal hatte der Gegner das bessere Ende für sich, unsere Mannschaft unterlag Simtshausen und spielte fortan mehrere Jahre wieder in der untersten Spielklasse. Erst fünf Jahre später sahen die Zuschauer wieder A-Klassen-Fußball auf dem Dodenauer Berg. Im Laufe dieser Jahre fand die Dodenauer Elf wieder zurück zu ihrer ehemals gelobten Kameradschaft.
Im Jahr 1996/97 wurde diese Entwicklung mit Erfolg gekrönt. Anderthalb Jahre zuvor noch als sicherer Abstiegskanditat gehandelt, gelang der Mannschaft unter Leitung von Trainer Jürgen Otterbach in der Spielzeit 96/97 am letzten Spieltag der für alle überraschende Aufstieg in die Bezirksklasse Marburg/Frankenberg. Totgesagte leben eben länger.
Allerdings fügte sich die Elf nahtlos in die Tradition der Dodenauer Mannschaften ein. Der geballten Marburger Finanzkraft konnte unsere Elf nur selten etwas entgegensetzen und musste nach einem Jahr wieder absteigen.
Wieder ereilte uns das Schicksal, dass altgediente Akteure ihre Karriere beendeten. Allerdings dauerte es nur drei Jahre bis der erneute Aufstieg perfekt war. Trainer Peter Wind konnte eine vom Teamgeist geprägte Elf vorzeitig zum Aufstieg führen. Doch auch ihm war es nicht vergönnt, dass Dodenauer Bezirksliga-Trauma zu beseitigen.
Nun wurde für alle deutlich sichtbar, dass man es versäumt hatte, die notwendige Jungendarbeit weiterzuführen. Talentierte Jugendspieler schlossen sich anderen Vereinen an, die Spielerdecke des TSV wurde zusehends dünner. Negativer Schlussstrich war der erneute Abstieg in die B-Klasse im Sommer 2005.
Hier spielt unsere Elf zurzeit immer noch, es fehlen die Führungsspieler im besten Fußballalter. Da uns die Entwicklung der vergangenen Jahre die Augen geöffnet hat, wird die Arbeit mit den Jugendlichen endlich wieder groß geschrieben. So kann die Abteilung zumindest in dieser Hinsicht positiv in die Zukunft schauen. Der Anfang wurde erfolgreich geschafft.
Im Jubiläumsjahr kehrte die 1. Mannschaft erfolgreich in die A-Klasse zurück. In einer jungen Mannschaft stachen besonders die Routiniers Christian Köster mit 43 Toren sowie Franco Giua mit 34 Treffern heraus.
Schwarz und weiß das sind die Farben
die uns voraus gehen!
Drum ihr lieben Fußballspieler
haltet euer Wort.
Haltet euren Club in Ehren,
dass er blühe fort und fort!

Der gefürchtete Dodenauer Berg
„Die neu gegründete Sportabteilung pflegte hauptsächlich das Fußballspiel, übte tüchtig und war fast jeden Sonntag durch Wett- und Gesellschaftsspiele in Anspruch genommen. Ihr Vorwärtskommen ist umso mehr anzuerkennen, als es hier an einem geeigneten Platz fehlte.“
So stand es geschrieben im Jahresbericht 1924 der Sportabteilung, der heutigen Abteilung Fußball. Seit Gründung der Sportabteilung am 02.12.1923 wurde viel über das Anlegen einer Spielstätte diskutiert. Die Gemeinde wurde gebeten, ein geeignetes Grundstück zur Verfügung zu stellen. Doch alle Bitten der Sportler bleiben weitestgehend ungehört. Denn weder Turnverein noch die Gemeinde packten das Problem ernsthaft an, es wurde wenig Verständnis für unsere Wünsche gezeigt. Immer wieder gab es Streitigkeiten zwischen dem Turnverein und seiner Sportabteilung, die schließlich dazu führten, dass sich im Frühjahr des Jahres 1925 die Sportabteilung als Sportverein 1925 Dodenau selbständig machte.
Der neue Vorstand ging das Unternehmen Sportplatz energisch an. Wurde bis dato auf dem Mittelwehr, der Bleiche oder dem Tuchrahmen gekickt, sollte nun endlich ein eigener Platz her, von dem die Kicker nicht durch die Grundstückseigentümer verjagt werden konnten. Außerdem war man es leid immer nur auswärts zu spielen. Trotz allen Bemühungen des Vorstandes stellte die Gemeinde jedoch lediglich den Hardtbuckel zur Verfügung, der für das verrückte Werk ausreichend erschien. Dies sorgte zuerst für Ernüchterung, hatte man doch als Vorschläge das Mittelwehr und den Hachen unterbreitet. Doch die Fußballer machten aus der Not eine Tugend und schufen einen Mythos: Den in den darauf folgenden Jahrzehnten so gefürchteten Dodenauer Berg.
Lediglich ausgestattet mit Schubkarren, Hacke und Schippe konnte der Bau nicht durchgeführt werden. Daher besorgten sich die Fußballer eine Feldbahn. Vormals belacht und verhöhnt, ließen sich die jungen Fußballer – allesamt Idealisten und optimistisch – nicht beirren. Somit konnte in zweijähriger Bauzeit der „Buckel“ abgetragen und zu einem Sportplatz ausgebaut werden. Auch wenn sich die jungen Leute damals oft den Ärger der Familie einhandelten, mancher Schweißtropfen floss und auch manchmal Resignation aufkam - der Grundstein für die kommenden Erfolge war gelegt.
Einer der nie verzagte und die anderen immer wieder zur Arbeit antrieb, war Otto Stein. Von ihm wird berichtet, dass er die Fußballer abends aus der Wirtschaft holte. Bei Mondschein und Laternenlicht wurde dann gehackt und geschippt. Was heute oftmals als Teamgeist gefordert wird, diese jungen Leute haben ihn damals gelebt und ihnen gilt unser Dank.
In 1927 war es dann endlich geschafft. Der Sportplatz war fertig! Er war allerdings, bedingt durch die angrenzenden Felder, kleiner als die Norm. Am 05.08.1926 wurde durch den Kreis Biedenkopf ein Zuschuss in Höhe von 300 RM gezahlt. Hinzu kam am 16.04.1927 ebenfalls durch den Kreis die gleiche Summe. Die Gemeinde beteiligte sich am Bau des Sportplatzes mit 100 RM.
Eingeweiht wurde der Platz am 24.04.1927 mit einem Pokalturnier. In der Folgezeit stellte sich dann sehr schnell heraus, dass für die Gastmannschaften in Dodenau nicht viel zu holen war. Der gefürchtete Dodenauer Berg wurde zu einer fast uneinnehmbaren Festung. Dafür gab es drei Gründe: Das kleine Spielfeld, die steinige Hartdecke und der enorme Kampfgeist der Dodenauer Fußballer.
Bislang standen die Kicker bei schlechtem Wetter sprichwörtlich im Regen. Dies sollte sich ändern, denn im Jahr 1948 kaufte der Verein von Erich Veith einen Schuppen, der ab sofort als Umkleidehäuschen diente. Dieses Provisorium sollte jedoch nicht lange von Bestand sein, denn es fiel 1958 einem Brand zum Opfer.
Seit Anfang der 50-iger Jahre bemühte sich der Vereinsvorstand um einen Umbau des Sportplatzes. Bedingt durch Witterungseinflüsse war die Oberfläche des Platzes sehr rau und holprig geworden. Schwere Verletzungen der Spieler waren leider nicht mehr auszuschließen. Hinzu kam auch noch, dass der Fußballverband wiederholt mit einer Sperrung drohte. Im Jahr 1961 gelang es dann endlich dem neu gewählten Vorstand. Die Bau- und Finanzierungspläne wurden von allen Gremien bewilligt, die Bauarbeiten konnten somit beginnen. Dieses Mal konnten die Arbeiten in nicht ganz einem Jahr erledigt werden. Im Sommer 1962 war der neue Platz fertig gestellt. Darüber hinaus wurde das Kunststück vollbracht, billiger als geplant zu bauen. Grund dafür war die Tatsache, dass die im Bauplan vorgeschriebene Sandart gegen eine günstigere und zu diesem Zeitpunkt bessere Sorte ausgetauscht wurde. Heute wissen wir auch um die Nachteile dieser Sandart. Doch dazu später mehr. Ebenfalls wirkte es sich kostensenkend aus, dass die Eigenleistungen höher als ursprünglich veranschlagt ausfielen. Anschließend wurden im Rahmen der Flurbereinigung rund um den Sportplatz Sträucher und Bäumchen als Windschutz gepflanzt.
Nachdem der Sportplatz weitestgehend umgebaut war, wurde in 1966 ein massives Umkleidehaus gebaut, allerdings ohne Wasser- und Stromanschluss. Zwei Jahre später folgte ein kleiner Anbau, der Raum zum Würstchenbraten sowie ein Abstellraum. Aus dem ehemaligen kleinen und steinigen Platz war eine wunderschöne Sportanlage geworden, das hässliche Entlein hatte sich in einen Schwan verwandelt.
Die nächste Sanierungsphase stand zwischen 1973 bis 1978 an. Den Anfang machte der Anschluss an die Stromversorgung. Somit konnte die seit langem geplante Flutlichtanlage gebaut werden. Leider konnte diese nicht fertiggestellt werden, da der Hessische Fußballverband (HFV) die beantragten 8.000 DM nicht auszahlte und das Land Hessen den zugesagten Zuschuss von 5.000 DM um 1.000 DM reduzierte. Hieran hat sich leider bis zum heutigen Tag nichts geändert. In 1977 wurde endlich der Wasseranschluss gelegt. Bereits ein Jahr vorher hatte der Vorstand eine Zeichnung für den Anbau an das vorhandene Umkleidehaus, in dem die Toiletten untergebracht werden sollten, anfertigen lassen. Gleichzeitig wurde mit dem Kreisfußballwart Hecker ein Finanzierungsplan über die geplanten Kosten in Höhe von 50.000 DM aufgestellt. Der Finanzierungsplan wurde mit zahlreichen Unterlagen über die Gemeinde, den Kreis und das Land an den HFV weitergeleitet. Er lag dort sage und schreibe sechs Jahre (!). Die Bearbeitungszeit zog sich von 1977 bis zur endgültigen Zusage am 05.04.1983 hin. Allerdings folgte der Euphorie auch gleich wieder die Ernüchterung. Statt der im Finanzierungsplan eingesetzten 15.000 DM sollten lediglich 5.000 DM ausgezahlt werden.
Darüber hinaus befassten sich die Kicker mit der Sportplatzumrandung. Sie musste vollständig erneuert werden. Wind und Wetter hatten an den Betonpfosten im Laufe der Jahre ihre Spuren hinterlassen. Daher wurde die komplette Umrandung durch Alupfosten und verzinkte Rohre ersetzt. Als weitere Erhaltungsmaßnahme erhielt der Platz in 1981 eine neue Sandschicht.
Da die sanitären Verhältnisse auf dem Sportplatz zum damaligen Zeitpunkt sowohl für Sportler als auch für die Zuschauer unzumutbar waren, beschloss der Vorstand im Herbst 1982 trotz großer Bedenken, auch vor der Zusage des Finanzierungsplanes durch die entsprechenden Gremien, mit dem geplanten Anbau zu beginnen. Das Vorhaben sollte bis zum 75jährigen Vereinsjubiläum im Juni 1983 erledigt sein. Leider konnte dies kaum gelingen, da sich der Verein in finanziellen Schwierigkeiten befand. Die gesamten Geldmittel wurden in den Anbau investiert. Außerdem gab es Probleme mit der Kanalisation, der Sportplatz war ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht an das Kanalnetz angeschlossen. Die genannten Schwierigkeiten führten damals vielen deutlich vor Augen, dass es keine gute Entscheidung war, den Sportplatz weitab vom Dorf auf dem Dodenauer Berg zu errichten. Ein anderer Standort wäre für den Verein und die Gemeinde auf Dauer gesehen wesentlich günstiger gewesen.
Doch Dodenau wäre nicht Dodenau, wenn nicht auch diese Probleme aus dem Weg geräumt worden wären.
Im Frühjahr 1991 begann für die Abteilung eine lange Odyssee in Sachen Sportplatz. Nachdem bekannt wurde, dass auf einigen Plätzen im Frankenberger Land dioxin-verseuchte Kupferschlacke, besser bekannt als Kieselrot, verwendet wurde, sperrte der Bürgermeister im April ´91 den Platz. Den Löwenanteil dieser Sanierung trug mit 476.000 DM das Land Hessen. Trotz mehrfacher Initiativen dauerte es bis zum 21.09.93 bis das Kieselrot abgetragen und Sportplatz wiederhergestellt war. Im Oktober 1993 wurde der Dodenauer Berg endlich wieder seiner eigentlichen Bestimmung übergeben.
Die nächste Sanierungsphase des mittlerweile in die Jahre gekommenen Sportlerheimes stand im Sommer 2002 an. Die Heimkabine wurde mit neuen sanitären Einrichtungen versehen, aus der ehemaligen „Freilufttheke“ wurde eine funktionale Küche, eine Kühlzelle wurde installiert und der bis dahin als Küche genutzte Raum neben der Kabine wurde zur Umkleide für die Schiedsrichter umgebaut. Als alle Arbeiten abgeschlossen waren, erhielt unser Sportlerheim einen neuen Namen und nennt sich seitdem, in Gedenken an unseren verstorbenen Ehrenvorsitzenden, „Heinz-Köllmann-Sportheim“.
Doch auch die Arbeiten am Hartplatz ruhten nicht. Im Sommer 2006 wurde die gesamte obere Schicht durch eine externe Firma abgetragen und wieder neu hergerichtet. Die Kosten waren mit 25.000 € veranschlagt worden. Trotz dieser Erneuerung wurde beim darauf folgenden Maifest durch unseren Bürgermeister Herrn Horsel die Zusage für einen Rasenplatz gegeben, wenn auch mit einem zwinkernden Auge. Die ganze Sache hatte nur den „kleinen“ Haken, dass unsere Fußballer hierfür den lang ersehnten Wiederaufstieg in die A-Klasse schaffen müssen. Welches Jahr wäre hierfür besser geeignet als das Jahr 2008?
Die vorerst letzten Umbaumaßnahmen begannen im September 2007. Auch die Gästekabine musste dringend in neue Gewänder gekleidet werden. Die sanitären Einrichtungen entsprachen längst nicht mehr dem allgemeinen Standard. Darüber hinaus ging aufgrund der alten einfach verglasten Fenster zuviel Energie verloren. Daher wurden alle Räume im Sportlerheim mit neuen Fenstern ausgestattet. Der Gastraum wurde komplett umgestaltet und mit einer neuen größeren Theke versehen. Diese Umbaumaßnahmen waren allerdings auch nur deshalb möglich, da der Landessportbund sowie weitere Gremien den Großteil dieser Kosten bezuschussten.
Seitdem erstrahlt nun unser mittlerweile wieder gefürchtete Dodenauer Berg sowie auch das Sportlerheim vorerst in neuem Glanz, doch lassen die nächsten Renovierungsmaßnahmen bestimmt nicht lang auf sich warten...
Jugendfußball im TSV Dodenau
Die Jugendfußballer wurden seither immer etwas stiefmütterlich behandelt. Zwar stellten sich in den Anfangsjahren immer wieder einige Betreuer zur Verfügung, allerdings fehlte ihnen die notwendige Unterstützung, seitens des Vereins aber auch seitens der Eltern und Mitglieder. Leider gingen erst viele Jahre ins Land, bis wir den Stellenwert einer konsequenten Jugendarbeit erkannt haben. Einer der ersten Betreuer war Anfang der dreißiger Jahre Jakob Schäfer. Allerdings wurde die durch ihn angefangene Arbeit mit Beginn des zweiten Weltkrieges zunichte- gemacht.
Der Neuanfang erfolgte nach dem Krieg. Die ersten großen Erfolge konnten die Dodenauer Jugendlichen aber erst in den Jahren 1966 bis 1973 feiern. So konnte der TSV zeitweise bis zu fünf Jugendmannschaften melden. Herausragend in dieser Zeit war die damalige D-Jugend in der Saison 1971/73. Sie wurde Kreismeister sowie Kreispokalsieger und das ohne jeden Punktverlust. Krönender Abschluss war der Bezirksmeistertitel im Mai 1972. Viele dieser Jungs prägten in den kommenden Jahren die Geschicke der Seniorenmannschaft.
Aber was heute leider gang und gäbe ist, wurde auch in den 70er Jahren schon praktiziert. Ab August 1974 bildete der TSV gemeinsam mit der SG Battenfeld eine Jugendspielgemeinschaft (JSG). Es fehlte einfach an nachrückenden Jugendlichen, die Spaß am Fußball hatten. Es folgten weitere Spielgemeinschaften mit den benachbarten Vereinen wie z.B. dem SV Reddighausen oder dem TSV Holzhausen. Aber alle Versuche scheiterten bzw. brachten nie den gewünschten Erfolg. So musste u.a. im Sommer 1980 die A-Jugend mangels Masse zurückgezogen werden. Viele der damaligen Spieler waren zum TSV Battenberg gewechselt.
Erst Anfang der 90er Jahre wurde seitens des TSV Dodenau das Augenmerk wieder mehr auf die Nachwuchsförderung gelegt. Da die umliegenden Vereine alle nicht mehr in der Lage waren eigene Jugendmannschaften zu melden, wurde zusammen mit dem SV Reddighausen, dem TSV Hatzfeld und dem TSV Eifa sowie später noch mit dem TSV Holzhausen eine Jugendspielgemeinschaft gegründet.
Einer der ersten Jahrgänge dieser JSG war der Jahrgang 1985 – 1986. Dieser Jahrgang nahm offiziell den Spielbetrieb ab 1993 auf. Aus diesem Jahrgang spielen heute aktuell 6 Spieler im Senioren-Fußball des TSV Dodenau.
Die Aktivitäten des TSV Dodenau im Jugendfußball und innerhalb der JSG wurden in den folgenden Jahren weiter ausgebaut. Die Zusammenarbeit unter den Vereinen innerhalb der JSG wurde dann ab etwa dem Jahr 2000 immer mehr forciert und verbessert. Im Jahr 2003 wurde dann offiziell mit dem TSV Dodenau, dem SV Reddighausen, dem TSV Hatzfeld und dem TSV Holzhausen die JSG Obere Eder gegründet, die nun auch einen Namen hatte. Aus Sicht der damaligen Jugendleiter wurde durch diese Namensgebung das Wir-Gefühl der Jugendfußballer aus den verschiedenen Vereinen gestärkt.
So spielen z.B. aus den Jahrgängen 1987 – 1988 derzeit aktuell in den beiden Seniorenmannschaften des TSV Dodenau 7 Spieler aktiv Fußball. In der aktuellen A – Jugend Mannschaft Jahrgang 1989 – 1990 spielen 10 Spieler des TSV Dodenau.
In der Fußballsaison 2007 – 2008 konnten erstmals in allen Altersklassen Mannschaften gemeldet werden.
Die D-Jugend der JSG Obere Eder schaffte in der Saison 2006-2007 den Aufstieg in die Bezirksklasse.
In der JSG Obere Eder spielen insgesamt ca. 140 Kinder und Jugendliche Fußball (62 davon kommen allein vom TSV Dodenau). Sie alle werden von derzeit 12 Ehrenamtlichen betreut.
Allen Jugendbetreuern, die für den TSV Dodenau in der Vergangenheit tätig waren oder noch tätig sind, sowie auch den vielen Eltern und Freunden, die regelmäßig mit zu den Spielen fahren oder in der Vergangenheit gefahren sind, gelten der größte Dank und Anerkennung. Ohne sie wäre der Spielbetrieb der einzelnen Jugendmannschaften nicht möglich.
Besondere Ereignisse
Der TSV „macht rüber“
In 1954 gingen die Fußballer auf große Fahrt und folgten einer Einladung der Betriebssportgruppe Leipzig zu einem Freundschaftsspiel. Zum damaligen Zeitpunkt war dies keine Selbstverständlichkeit, da die Mauer den Osten vom Westen trennte. Doch nach Erledigung aller Formalitäten ging es im Herbst 54 in die DDR. Die Fußballer wurden dort freundlich aufgenommen und auf das Beste betreut. Bedingt durch den günstigen Wechselkurs 1:5 konnten sich die Dodenauer dort einiges leisten. Zum Beispiel kostete das Bier dort lediglich 10 Pfennig. In einer freundschaftlichen Begegnung bei nieselndem Regen und ungewohnten Platzverhältnissen mussten sich unsere Kicker nach großem Kampf letztendlich doch mit 2-3 geschlagen geben. Die Gastgeber veranstalteten nach dem Spiel einen großen Tanzabend. Mit einer Werksbesichtigung sowie dem Besuch des Völkerschlachtdenkmals wurde der Besuch schließlich beendet. Vor der Abreise kleidete sich die Mannschaft jedoch erst noch mit neuer Spielkleidung ein. Für das Maifest im darauf folgenden Jahr wurde ein Gegenbesuch der Leipziger vereinbart. Sie kamen am 30.04.1955 an und wurden standesgemäß mit einem großen Fahrzeugkonvoi vom Frankenberger Bahnhof abgeholt. Diesmal konnte man der BSG mit dem 2-2 ein Unentschieden abtrotzen. Auch in der Folgezeit bestand weiterhin Briefkontakt zu einigen Sportfreunden aus der ehemaligen DDR.
Sieben Tage – sieben Nächte
Die Abteilung Fußball hat in ihrer 75-jährigen Geschichte so manchen Aufstieg miterlebt. Doch kein Aufstieg wurde dermaßen ausgelassen gefeiert wie der in der Saison 96/97. Dabei sah es in den ersten beiden Dritteln der Runde lange nicht danach aus, als könne der TSV um den Aufstieg mitspielen. Doch eines zeichnete die Mannschaft zu dieser Zeit aus. Sie konnte gemeinsam kämpfen und feiern. Die Mischung aus Jung und Alt stimmte und so zogen alle an einem Strang. Hinzu kam immer wieder das glückliche Händchen von Trainer Jürgen Otterbach, wenn es darum ging, die Mannschaft durch Einwechslungen auf die Siegerstraße zu bringen. Erst am letzten Spieltag wurden auch die letzten Zweifel beseitigt, der TSV besiegte in Unterzahl auf eigenem Platz den TSV Haubern mit 2-0, um nach exakt 25 Jahren wieder einen Aufstieg in die Bezirksklasse feiern zu können. Und dies wurde auch sehr ausgiebig getan. „Sieben Tage – sieben Nächte“ lautete das Motto und es wurde auch umgesetzt. Der Balkon von Laange Jürgen wurde zum Römer umfunktioniert, die Nächte wurden zum Tag gemacht und wer keinen Urlaub bekam, verbrachte die Mittagspause in der Kneipe. An jedem neuen Abend wurde die Berliner Straße mit einem weiteren Spruch versehen. Der Aufstieg sollte auch noch lange im Gedächtnis aller bleiben. Darüber hinaus feierte man einige Wochen später mit einer extra engagierten Band auf Laange Saal das besondere Erlebnis.
50+ in einer Saison
Vor der Saison 2005/06 setzte Abteilungsleiter Uwe Siebott unseren Stürmer Franco Giua mit einer gewagten Aussage unter Druck. Für jedes Tor oberhalb der 40-Treffer-Marke wolle er 200 € spendieren. Er war sich seiner Sache allerdings zu sicher...
Kieselrot - Sportlertod
„Battenbergs Bürgermeister Klein hat den Dodenauer Sportplatz noch am Freitagabend für Spiele und Training gesperrt“.
So stand es geschrieben in der Frankenberger Zeitung vom 29.04.1991. Es begann die wohl umstrittenste Leidenszeit der Dodenauer Fußballer. Schuld daran war die dioxinverseuchte Kupferschlacke „Kieselrot“ aus Marsberg. Der Dodenauer Berg war mit 52.000 Nanogramm pro Kilogramm verseucht. Der Grenzwert lag seinerzeit bei max. 1.000 Nanogramm. Doch was nun? Der Platz war „dicht“ und keine Ausweichmöglichkeit in Sicht. Die Solidarität unter den Sportvereinen fehlte fast gänzlich. Obdach fand man dann vorläufig im Juli 1991 auf dem Hartplatz in Hatzfeld. Die Frage bzgl. der Finanzierung der Sanierung durfte jedoch ebenfalls nicht auf die lange Bank geschoben werden. So beantragte die Stadt Battenberg im April 1992 500.000 DM aus dem Hessischen Investitionsfonds.
Im Oktober des gleichen Jahres machten die Kicker beim Besuch des damaligen Hess. Ministerpräsidenten Eichel ihrem Unmut über die vertrackte Situation Luft. Mit Spruchbändern, Atemschutz und einer gehörigen Portion Kieselrot versuchte man die Politik davon zu überzeugen, was für den TSV von der Sanierung abhing. Symptomatisch war, dass sich Herr Eichel lediglich eine halbe Stunde Zeit für die Probleme der Fußballer nahm, aber zu keinem Ergebnis kam.
Im November 1992 wurden jedoch endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Die Kosten in Höhe von rund 680.000 DM wurden durch das Land Hessen (476.000 DM) bezuschusst, jeweils 10% übernahmen der Kreis und die Stadt, DFB und LSB steuerten zusammen 30.000 DM bei. Somit verbleiben dem Verein noch stolze 106.000 DM. Allerdings wurde dieser Betrag in den Haushaltsentwurf der Stadt aufgenommen. Zwischenzeitlich mussten die Fußballer auch auf den Frohnhäuser Rasenplatz ausweichen, da selbst das harte Geläuf in Hatzfeld sanierungsbedürftig geworden war.
Doch letztendlich war es am 09.10.93 mit dem Einlagespiel der „Alten Herren“ sowie am 10.10.93 mit der Partie Dodenau vs. Haubern soweit. Die Abteilung Fußball hatte endlich wieder eine Heimat.
Doch die Diskussionen um „unfreiwillige Schildbürgerstreiche“ und „unnötige Steuergeldverschwendungen“ im Bezug auf die Entsorgung des Kieselrots sollten noch ganze vier Jahre andauern. Denn erst am 09.07.1997 wurden die rund 800 Kubikmeter abgetragenes Kieselrot entsorgt. Der letzte Vorhang dieses „Theaterstückes“ war gefallen.
Anekdoten
Tierisch musikalischer Herbstmeister
Im Jahr 1949 gelang den Fußballern das Kunststück ohne einen einzigen Punktverlust ungeschlagener Herbstmeister zu werden. Das letzte Spiel der Vorrunde fand in Röddenau statt. Auch im elften Spiel der Runde gab sich die Mannschaft keine Blöße und gewann das Duell mit 3 zu 2. Kaum war die Partie zu Ende, fuhr ein Viehtransporter der Metzgerei Klein (heute Kurzeknabe) vor. Die Ladeklappe flog auf und herausmarschiert kam die Dodenauer Feuerwehrkapelle. Im Siegestaumel folgte ein Festzug, der seinesgleichen suchte.
Eierklau und Schildermalen
Ein absolutes Highlight für die Kicker in den 50er und 60er Jahren waren die Spielersitzungen. Man traf sich im Vereinslokal und die Wirtsleute Herta und Walter wurden nervös. Das hatte seinen Grund... Direkt im Anschluss an die Spielersitzung gingen die Kicker auf Eiersuche. Hierfür wurden eigens die Fußballer eingeteilt. Kein Hühnerstall im Ort war sicher. Gingen sie auf der Suche leer aus, wurden die Waben in der Küche von Laange bis auf den äußeren Kranz ausgeräumt. Sobald sie jedoch mit leeren Händen im Vereinslokal erschienen, musste der Walter die Eier bewachen – „Walter paß uff, alleweil wulle se werra de Eier“. Aber auch die Herta merkte oft erst zu spät, dass die rote Wurst in der Pfanne aus ihrer eigenen Speisekammer stammte.
Damals wurde aber auch der Patriotismus großgeschrieben. Schon zu dieser Zeit waren sich Dodenau und Battenberg nicht immer grün und die Dodenauer nicht sonderlich erfreut über die neue Großgemeinde. So schlichen sich drei Fußballer nach der Spielersitzung Richtung Ortsschild und ließen den Stadtnamen vom Ortsschild verschwinden. Die drei „Übeltäter“ waren Trendsetter, denn was sie vormachten, wurde schnell in anderen Ortschaften nachgeahmt.
Es stand geschrieben...
Schützenhilfe für die Luchse
Dodenauer Fußballer haben ein großes Herz. Um nicht auf die heiß geliebten Nachbarschaftsduelle gegen den SV Reddighausen verzichten zu müssen, ließ unsere Mannschaft in der Runde 1957/58 den blau-gelben Nachbarn vom Lehmberg auf dem Dodenauer Berg gewinnen. So wurde der SVR vor dem Abstieg in die B-Klasse bewahrt. Allerdings hat diese Verhaltensweise dem Verein viel Ärger eingebracht, die Mannschaft war sich uneinig wie selten zuvor. So kam es, dass in der Runde 58/59 keine Reservemannschaft spielen sollte. Aufgrund massiver Proteste der Betroffenen wurde diese Entscheidung jedoch glücklicherweise revidiert und der Weg zur Reserve-Kreismeisterschaft im folgenden Jahr war frei.
Bomber Amtmann
In der Saison 1961/62 spielte der TSV in der Amateurliga. Stark ersatzgeschwächt führte der Weg nach Dreihausen. Das Spiel war für die Zuschauer ein absoluter Leckerbissen. Auch wenn unsere Mannschaft mit 9 zu 5 unterlag, hatte der TSV den Akteur des Tages in den eigenen Reihen. Alle fünf Tore wurden durch unseren Stürmer Werner „Amtmann“ Stey erzielt, der bis dahin hauptsächlich in der Reservemannschaft eingesetzt wurde. Er hätte noch ein sechstes Tor drauflegen können, als er allein auf das Tor der Dreihäuser zulief. Von beiden Seiten stürmten die Abwehrspieler des Gegners auf Werner Stey zu. Für viele der Zuschauer war klar, was nun folgen sollte. Er stoppte mitten im Lauf ab und die beiden Gegner prallten zusammen. Doch anstatt den Ball nun im Tor zu versenken, fiel der lange Amtmann lachend auf die Knie und konnte nicht mehr weiterspielen. So etwas nennt man Spielwitz – Hut ab!
Pokalsieger der Herzen
In den früheren Jahren nahm der TSV oft erfolgreich am Kreispokal teil. Im Jahr 1975 wurde die schwarz-weiße Elf erst nach dem Finale am grünen Tisch gestoppt. Im Halbfinale siegte der TSV gegen Holzhausen. Unser Spieler Ditmar Schmidt wurde in diesem Spiel vom Platz gestellt. Der Spielerpass wurde einbehalten, in den darauf folgenden Tagen allerdings wieder an den TSV ausgehändigt. So stand Ditmar der Mannschaft im Finale gegen den TSV Battenberg zur Verfügung. Auch hier ließen sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen und besiegten den Nachbarn im Elfmeterschießen. Allerdings bekamen spitzfindige Battenberger von Ditmars roter Karte Wind und legten gegen die Wertung Einspruch ein. So nahm das Unheil seinen Lauf, unserer Mannschaft wurde im Nachhinein der Titel aberkannt. Allerdings kann den Mannen von damals der sportliche Erfolg nicht mehr genommen werden. Sie wurden zum Pokalsieger der Herzen...
Die Mafia zu Gast
In der 80er Jahren wurde unser Berg nicht nur durch unsere heimischen Kicker genutzt. Auch der neu gegründete FC Italia Süd trug seine Heimspiele in Dodenau aus, da es ihnen an einem eigenen Spielgelände fehlte. Doch es sollte nicht allzu lang gut gehen...
Spiele Spannung und viele Zuschauer
Die Abteilung veranstaltete in den 80er Jahren viele Spiele ohne Grenzen. Die Resonanz im Ort war enorm. Unter anderem wurden an einem Nachmittag sage und schreibe 498 BH im Ort gesammelt...
Polonaise „Blank“
Spiele gegen den damals noch starken FC Italia Süd gehörten immer zu den emotionsgeladenen Duellen. Sowohl auf dem Platz als auch im Anschluss an der Theke. So auch geschehen in der Saison 99/2000. Unsere Elf besiegte die Kicker aus dem Burgwald mit 2-1. Dieser Erfolg musste gefeiert werden und so ging es ins Vereinslokal nach Laange. In den späteren Abendstunden nach einigen Litern Bier wurde eine Oben-ohne-Polonaise durch die Gaststätte, über die Berliner Straße schnurstracks zum Heino gestartet. Allen voran unser Wirt. Das Vereinslokal blieb verwaist zurück und der Jürgen war sicherlich froh, dass sich die Kasse samt Barbestand nicht selbständig machte. Denn die Tür wurde beim Abmarsch nicht abgeschlossen...
Ist das der Hahn???
Im Februar des Jahres 2000 flogen die Fußballer zum Trainingslager nach Side in die Türkei. Für alle die dabei waren, war dies ein einmaliges Erlebnis. Morgens früh aufstehen für den Strandlauf, tagsüber folgten Trainingseinheiten auf einem erstklassigen Platz, den wir eigentlich gar nicht nutzen durften und abends wurde im Schluckspecht gefeiert. Doch manchen Morgen wurden einige Spieler etwas zu früh vom hoteleigenen Hahn geweckt. Zum Ende des Trainingslagers wurde dies den leidgeprüften Kickern zu bunt und sie statteten dem vorlauten Hahn nach einer durchzechten Nacht einen kleinen Besuch ab. Im Halbdunkel des anbrechenden Morgens hörte man nur vereinzelte Rufe „das ist nicht der Hahn“ oder „doch das ist er“. Als die Sonne aufging lebte der Gute allerdings noch und wir mussten niemanden im Land des Halbmondes lassen.
Doch im Rahmen des Trainingslagers bekam die Mannschaft auch die einmalige Gelegenheit gegen den russischen Erstligisten aus Rostow anzutreten. Auch wenn wir dem Gegner in allen Belangen unterlegen waren, dies zum Teil auch bedingt durch den vereinzelt zu hohen Alkoholpegel, wehrten wir uns nach Kräften. Unsere einzige Torchance hatte bezeichnender Weise unser Torwart Oliver Sassor mit einem Abschlag. Das Spiel endete, nicht gerade unverdient, 0:14...
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